1998 schließt sich in Camporeale, das im Westen der sizilianischen Insel liegt, eine Gruppe von Anbauern zusammen und gründet Valdibella.
Valdibella ist eine Gemeinschaft von Anbauern, die die gleiche Weltansicht teilen: das Beste aus der einheimischen Gegend zu gewinnen, das Beste aus der eigenen Produktion zu erhalten und ihr Bestes für Jugendliche aus schweren Verhältnissen zu geben. Valdibella: ein einzigartiges und nachhaltiges Projekt, in dem alle menschlichen und natürlichen Ressourcen ihre Entfaltung finden.
Heute ist dieses Projekt lebendiger als je zuvor:
Camporeale: eine Stadt, eine Region, ein Territorium
In Camporeale ist die Industrie nie sehr gegenwärtig gewesen. Die Region ist seit jeher eine enorme landwirtschaftliche Nutzungsfläche. Seit den 1950er Jahren hat sie, wie überall, zu dem Spiel einer immer mehr industrialisierten Landwirtschaft beigetragen. Dennoch ist sie immer als benachteiligt angesehen worden. Ohne Zukunft. Im Laufe der Jahre hat die biologische Vielfalt stark abgenommen, die Böden sind verarmt, genau wie die Menschen. Valdibella steht für die starke Entscheidung, einer veralteten Ansicht den Rücken zuzukehren. Man musste sich dieses Land voller Versprechungen zurückerobern: um es besser zu beobachten, kennenzulernen, anzuhören, zu schützen und zu respektieren, um letzten Endes festzustellen, was es wirklich brauchte um sich zu ernähren und zu entfalten. Denn die Landflächen, auf denen wir anbauen, sind lebendig. Auf allen Anbauflächen von Valdibella wird nur ökologische Landwirtschaft betrieben: eine natürliche Wahl.
Biodiversität: Der Ursprung für Qualität
Valdibella hängt sehr am Anbau seiner einheimischen Sorten: Biancolilla Cerasuola- oder Nocellara del belice- Oliven, Nero d’Avola -, Cataratto-, Cataratto bianco lucido-, Grillo -, und Perricone - Trauben … Was Mandeln betrifft, existieren mehr al 90 Sorten in der Region!
Biodiversität wird gefördert, falls notwendig wieder aufgebaut, denn bei Valdibella spielt die Natur die Hauptrolle. Im höchsten Maße die Unterschiede zum ursprünglichen Ökosystem aufzuheben - das ist das Ziel. Da dieses Ökosystem sich in einem perfektem Gleichgewicht befindet, diesem keine Gewalt angetan wurde, es nicht durch den brutalen Eingriff des Menschen denaturiert wurde, sind die Pflanzen die Früchte, das Gemüse ebenfalls perfekt ausgeglichen, das heißt gesund und nahrhaft. Das ist echte Qualität.
Jonathan und die Itaca Gemeinschaft
• 1854: Don Bosco, ein italienischer Priester und Erzieher, gründet in Turin die Kongregation der Salesianer. Seine Berufung: den Jugendlichen, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu helfen.
• 1972: Maria Saladino gründet auf dem Hügel über Camporeale eine salesianische Gemeinschaft für Jugendliche. Es handelt sich um die Itaca Gemeinschaft.
• 1998: Don Fabio, der Direktor, schlägt den Anbauern von Valdibella vor, den gleichen Arbeitsraum der Gemeinschfaft zu teilen.
Das Projekt «Jonathan» wird geboren: die Mitglieder der Kooperative verpflichten sich dazu, die Jugendlichen der Itaca Gemeinschaft zu unterstützen und ihnen zu helfen, um sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. In einem professionellen Arbeitsmilieu und im engen Kontakt mit engagierten Anbauern haben diese Jugendlichen heute die Möglichkeit, diese Werte und Ideen zu teilen. Sie werden dazu angeregt, an den Aktivitäten der Kooperative teilzunehmen.
Addiopizzo
"Ein ganzes Volk, dass Pizzo zahlt, ist ein Volk ohne Würde!"
2004 gründet eine Gruppe junger Leute aus Palermo «Addiopizzo», eine Protestbewegung gegen die Erpressung von «pizzo» (Sizilianisch für Schutzgeld) - dass den sizilianischen Händlern von der lokalen Mafia abgezwungen wird.
Die Anbauer von Valdibella gehörten zu den Ersten, die sich dieser Bewegung anschlossen.
Ein festes «Nein» zum Pizzo bedeutet, das soziale Gleichgewicht und die Würde Siziliens zu unterstützen.
Luigi Montalbano:
"Mein Vater wurde von der Mafia getötet. Für mich war es natürlich, mich der Addiopizzo - Bewegung anzuschliessen, ich musste mich denen widersetzen, die meine Familie auslöschen wollten!"
Gioacchino Accardo:
"Wir haben viele Beweggründe, um uns dem Spiel del Mafia zu widersetzen; deshalb gehörten wir zu den Ersten, die sich Addiopizzo anschlossen.»
Das Erkennungslogo der Addiopizzo - Bewegung ist auf allen von der Kooperative Valdibella vermarkteten Produkten zu finden.
Text: Fairhandelszentrum Rheinland