Gezielt Produkte von Bauern kaufen, hilft regionalen Erzeugern
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Trierischer Volksfreund vom 07.06.2010, Bernkastel-Wittlich/Region
Der Kampf um das wirtschaftliche Überleben beschäftigt Bauern im lateinamerikanischen Bolivien wie auch in Europa. Dazu gab es einen Vortrag in Wittlich im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier.
Wittlich. (red) Perspektiven geben, Unabhängigkeit schaffen und Existenzen sichern - das will Hubertus Müller, Agraringenieur und Berater für ländliche Entwicklung bei Misereor, mit seiner Arbeit in Lateinamerika erreichen. Seit mehr als 25 Jahren vermittelt er Bauern in Ländern wie Bolivien und Peru Konzepte für nachhaltige und kostengünstige Landwirtschaft. Sein Ziel ist vor allem Bauern in ländlichen Gegenden durch ökonomisches Wirtschaften vor der Schuldenfalle und damit vor existenzbedrohender Armut zu bewahren. "Wir wollen erreichen, dass der Bauer wieder Herr über seine Ressourcen wird", erläuterte er während der Veranstaltung "Keine dummen Bauern, Kampf um Ressourcen und Märkte in Bolivien und Europa" in Wittlich.
Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) und der Eine-Welt-Laden Wittlich hatten den Vortrag im Pfarrzentrum St. Markus im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier initiiert. Wissen und Motivation will Müller den Bauern durch seine Entwicklungshilfe geben. Er vermittelt vor allem verschiedene Anbautechniken, die die Landwirtschaft effizienter machen können. Doch nicht nur in Bolivien kämpfen Bauern ums Überleben. Auch die Situation der regionalen Erzeuger ist problematisch, wie sich in der Diskussion herausstellte. Jürgen Baustert, Landwirt aus Bitburg-Mötsch, betonte, dass deutsche Milchbauern der Industrie ausgeliefert seien. Ein unabhängiges und ökonomisches Arbeiten sei aufgrund der Preisdoktrin nicht gewährleistet.
"Wie kommen wir aus diesem Teufelskreis wieder raus?", fragte Müller. Der Staat stehe ähnlich wie in Bolivien in der Schuld, den Bauern zu helfen. Zuhörerin Theresa Boll aus Morbach sagte: "Die Veränderung muss über die Kaufentscheidung kommen." Verbraucher müssten sich gezielter für Produkte von Bauern entscheiden, um deren Existenz zu sichern. Eine Problematik benannte auch Barbara Schartz von der KLB: "Bauern liefern heute nur noch Rohstoffe, die Großketten hingegen Lebensmittel. Für sie eine gefährliche Entwicklung, die durch eine Sensibilisierung der Verbraucher umgekehrt werden kann." sos/gek
Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) und der Eine-Welt-Laden Wittlich hatten den Vortrag im Pfarrzentrum St. Markus im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Bolivienpartnerschaft des Bistums Trier initiiert. Wissen und Motivation will Müller den Bauern durch seine Entwicklungshilfe geben. Er vermittelt vor allem verschiedene Anbautechniken, die die Landwirtschaft effizienter machen können. Doch nicht nur in Bolivien kämpfen Bauern ums Überleben. Auch die Situation der regionalen Erzeuger ist problematisch, wie sich in der Diskussion herausstellte. Jürgen Baustert, Landwirt aus Bitburg-Mötsch, betonte, dass deutsche Milchbauern der Industrie ausgeliefert seien. Ein unabhängiges und ökonomisches Arbeiten sei aufgrund der Preisdoktrin nicht gewährleistet.
"Wie kommen wir aus diesem Teufelskreis wieder raus?", fragte Müller. Der Staat stehe ähnlich wie in Bolivien in der Schuld, den Bauern zu helfen. Zuhörerin Theresa Boll aus Morbach sagte: "Die Veränderung muss über die Kaufentscheidung kommen." Verbraucher müssten sich gezielter für Produkte von Bauern entscheiden, um deren Existenz zu sichern. Eine Problematik benannte auch Barbara Schartz von der KLB: "Bauern liefern heute nur noch Rohstoffe, die Großketten hingegen Lebensmittel. Für sie eine gefährliche Entwicklung, die durch eine Sensibilisierung der Verbraucher umgekehrt werden kann." sos/gek
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