Die Produzenten
Die Bio Datteln werden im Oktober von den Bauern und Bäuerinnen der „Groupement de Developement de l´Agriculture Bio-dynamique“ per Hand gepfl ückt. Dafür müssen sie in die Bäume klettern, um die Rispen abzuschneiden. Die Datteln werden anschließend an Stangen aufgehängt und es fi ndet eine erste Vorsortierung statt, bevor sie – häufi g noch mit Eselskarren – zur Verarbeitungsstation Beni Ghreb transportiert werden.
Hier erfolgen dann weitere Verarbeitungsschritte wie Qualitätskontrolle, Waschen, Trocknen, bis sie letztendlich für den Export verpackt werden.
Die Dattel ist in Tunesien ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wird schon seit mehreren tausend Jahren angebaut. Die Kleinproduzenten aus Hazoua kultivieren ihre Bio Datteln in der traditionellen und besonders nachhaltigen Drei-Etagen-Wirtschaft, bei der auf engem Raum Dattelpalmen, Obstbäume sowie Gemüse und Getreide angepflanzt werden. Eine derartige Mischkultur trägt nicht nur zu einer Steigerung der Biodiversität bei, sondern ist auch ein geeignetes Mittel, um der zunehmenden Bodenerosion und fortschreitenden Wüstenbildung Einhalt zu gebieten. Denn falls die Palmen für sich alleine weit auseinander stehen würden, wäre der Boden zwischen ihnen ungeschützt Sonne und Wind ausgesetzt und das in dieser Region besonders kostbare Wasser würde verdunsten.
Auch in der Weiterverarbeitung wird großer Wert auf eine positive Umweltbilanz gelegt. Wasserrückgewinnung und Wärmekopplung sind technische Neuerungen, die nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Institutionen realisiert werden konnten.
Vorteile des Fairen Handels
Dank der Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel ist der Weiterverarbeitungsbetrieb Beni Ghreb in der Lage, seinen Angestellten (fast ausschließlich Frauen, die sonst kein eigenes Einkommen erwirtschaften könnten) gute Lohn- und Arbeitsbedingungen zu bieten. Ebenso erhalten die Dattelbauern von Beni Ghreb für ihre Früchte Preise, die über den staatlichen Richtpreisen liegen.
Außerdem wird die nachhaltige Entwicklung des Bio-Dattelanbaus durch Forschung und Weiterbildungen der Kleinbauern und –bäuerinnen gefördert. Durch verschiedene Maßnahmen konnte sowohl die Umweltbilanz als auch die Bodenqualität schon stark verbessert werden. Neben dem Bio-Dattelanbau sollen zukünftig durch die Produktion von Saatgut für den Gemüseanbau weitere Einkommensquellen erschlossen und traditionelle Sorten bewahrt werden.
Qu.: GEPA
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